Spazieren stehen

Spazieren stehen 

Vielen Menschen als auch Hunden liegt das rumstehen, nix-tun und „nur“ in der Gegend rumgucken (und das auch noch draußen oder in der Natur) nicht. Soll ja schließlich um Bewegung und Beschäftigung auf dem Spaziergang gehen. 

Dabei ist weniger manchmal mehr und es kann sehr sinnvoll sein, hin und wieder bewusst zu entschleunigen, gemeinsam langsam umherzuschlendern, Pausen einzulegen, die Nase entspannt in die Luft zu strecken, sowie bestimmte Situationen bewusst zur unaufgeregten Beobachtung der Umgebung mit dem Hund aufzusuchen. 

➡️ Der Hund kann Umgebungsreize wohldosiert wahrnehmen, verarbeiten und als unbedrohlich, ohne oder zumindest weniger aufregend abspeichern. Gerade Welpen, junge Hunde und einige Hunde aus dem Tierschutz sind schnell(er) reizüberflutet.

➡️ In bewussten Pausen lernt der Hund draußen auch mal nicht in Aktion zu sein bzw. sein zu müssen.

➡️ Der Mensch lernt zu erkennen, was der Hund situativ braucht - ob die Präsenz und Vorbildfunktion (Ruhe vorleben) neben dem Hund ausreicht oder er mehr Ansprache und Unterstützung benötigt. 

➡️ Hat der Hund ausreichend Zeit sich mit etwas Spannendem auseinandersetzen statt immer nur im vorbeigehen, Geruchsstellen und andere Reize in Ruhe wahrzunehmen und zu verarbeiten wird innere Ruhe und Gelassenheit gefördert und vorgebeugt, dass der Hund Aufregung und Hektik mit dem Spaziergang oder diesen Reizen verknüpft.

➡️ Erkundungsverhalten ist ein Grundbedürfnis und liegt in der Natur des Hundes. Im Wahrnehmen, Auseinandersetzen und Verarbeiten steckt bereits auslastender Charakter.

➡️ Das bewusste Entschleunigen, Umgebung beobachten und entspannen als gemeinsame Aktion stärkt das Hund-Mensch-Team. 

➡️ Eine entspanntere Grundhaltung- und Stimmung bei Mensch und Hund fördert die Kooperationsbereitschaft und Ansprechbarkeit des Hundes und er kann sich leichter/besser am Menschen orientieren. Er muss bzw. sollte dafür nicht permanent gedängelt werden.. 

Begegnet euch unterwegs etwas Spannendes, wie z.B. eine Herde 🐑e, könnt ihr dem Hund mal ausgiebiger Zeit geben, sich diese mit allen Sinnen erkunden als nur im vorbeigehen.
Es wäre auch denkbar, am Rand eines Parkplatzes im offenen Kofferraum am Lebensmittelgeschäft neben dem Hund zu sitzen und die Menschen dort zu beobachten, während der Partner/die Partnerin kurz einkaufen geht. Oder sei es auch nur, dem Hund die Zeit zum Erschnüffeln von Geruchsstellen zu geben, die er eigentlich oftmals ausgiebiger bräuchte.

Braucht er die Zeit zum Wahrnehmen, Erkunden, Verarbeiten - bekommt er sie! 
Probiert es mal aus! 🐾💚