Fehlverhalten & der Umgang damit

-Fehlverhalten und der Umgang damit- 

Es geht um Verhaltensweisen des Hundes, die aus Menschensicht unerwünscht, unangemessen und falsch sind. Und was falsch und unangebracht ist, muss korrigiert werden, oder? 

Dabei verhalten sich #Hunde immer so, wie es für sie in dem Moment logisch ist und möglicherweise Erfolg bringt. Sie haben kein Verständnis von richtig und falsch. Sie tun was sich lohnt. Und wenn sie ein Verhalten zeigen, was eigentlich unpassend ist, dann deshalb, weil es aus seiner Sicht eine erfolgsversprechende, sinnvolle Strategie ist, um mit der Situation umzugehen. 

Wenn sich ein Hund vor Artgenossen fürchtet, aufgrund der Leine daran gehindert wird ihnen aus dem Weg gehen zu können, dann wird er höchstwahrscheinlich bei weiteren Konfrontationen irgendwann bei Hundebegegnungen beginnen an der Leine zu ziehen und zu pöbeln, mit der Absicht, das Gegenüber auf Abstand zu halten.

Das ist seine Strategie mit der Situation umzugehen. Aus unserer Sicht unpassend, unerwünscht, falsch... 
Aber er kennt ganz einfach keine andere/bessere. 

Wenn wir dieses Verhalten jetzt abstellen wollen und korrigieren/strafen (=auf das Verhalten hin mit etwas Unangenehmen auf den Hund einwirken, um es zu unterbinden), weil wir verständlicherweise nicht wollen dass der Hund so ein Theater veranstaltet, passieren gleich mehrere Dinge:

❌ Vertrauensverlust! Der Hund erlebt, wie seine Bezugsperson nicht für Sicherheit und Unterstützung, sondern für zusätzlichen Stress sorgt 

❌ keine Alternative! Wir nehmen dem Hund seine Verhaltensstrategie, um mit der Situation umzugehen. Diese wird gehemmt, d.h der Hund unterdrückt es, um weitere Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Er hat nun aber keine andere/bessere Alternative, denn er kann von einer Strafe nicht automatisch auf ein anderes Verhalten schließen, was uns vielleicht besser gefällt 

❌ doofe Gefühle! Der Hund zeigt das Verhalten nun vielleicht (erstmal) nicht mehr, aber er fühlt sich auch immer noch nicht besser und sicherer in diesen Situationen. Im Gegenteil: durch die emotionale Verknüpfung „anderer Hund=Leinenruck, Kniffe, Wassersprühflasche, Rappeldose oder sonstiges“ werden andere Hunde zur Ankündigung für Schreck, Angst oder Schmerz und er fühlt sich noch viel schlechter dabei

❌ Rückfälle! Dadurch ist es nicht selten, dass unerwünschtes Verhalten bald wieder auftritt. Und das oft sogar heftiger... 

✅ Aus diesen Gründen ist es so so so wichtig, Beweggründe zu verstehen und unseren Hunden zu vermitteln, dass andere Hunde, Menschen, Autos, klappernde Mülltonnen, rennende Kinder, oder was auch immer, nicht schlimm sind, sich in Gegenwart dieser besser und sicherer zu fühlen und adäquates Alternativverhalten einzuüben, dass sie anstelle des unerwünschten einsetzen können, um mit der Situation umzugehen. 

Im obigen Beispiel kann das zuerst die Veränderung der Emotion sein, damit der Hund sich nicht mehr vor Artgenossen fürchtet und dann das Alternativverhalten „wir gehen im Bogen oder pendeln“ oder „du kannst mich anschauen oder mit deiner Nase an meiner Hand andocken“.

Ich hoffe, mit diesen Zeilen etwas verständlich gemacht zu haben, warum sich Hunde verhalten, wie sie es oftmals eben tun und warum unsere Antwort darauf besser kein Leinenruck, keine Rütteldose, kein Wasser besprühen, Kniffe oder Stupser mit den Fingern, etc. sein sollte. 

Eure Hunde möchten euch nicht ärgern, provozieren, oder euch die „Chefposition“ streitig machen - sie wissen es einfach nicht besser.
Also versucht zu verstehen, warum sich euer Hund in dieser oder jenen Situation so verhält und helft ihm, besser damit umzugehen! 💚

www.hundeschule-happyteam.de

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