Die Sache mit dem Rudelführer

Mit der Begründung, der Mensch müsse der Rudelführer des Hundes sein, vermitteln Trainer Techniken, die den Hund unterordnen/ unterwerfen sollen (Leinenrucke, kneifen, zischen, auf den Boden drücken, am Nacken packen, etc.). 

Das liegt einer Theorie zugrunde, bei der Wölfe in Gefangenschaft beobachtet wurden, die in Konkurrenz zueinander standen und z.B. um Ressourcen stritten. In freier Wildbahn hätten sie sich aus dem Weg gehen können. Doch unter diesen Bedingungen kam es zu groben Auseinandersetzungen, die als Rangordnung gewertet und auf Hunde und die Hund-Mensch-Beziehung übertragen wurden.

Diese Theorie wurde jedoch schon vor Jahren vom Begründer selbst wieder revidiert. D.h. er hat zugegeben, dass seine Beobachtungen und Veröffentlichungen dahingehend Quatsch sind. 

RUDEL sind Familienverbände, bei denen der Nachwuchs den Elterntieren ganz natürlicherweise folgt. (Während Hunde sich in freier Wildbahn in losen Gruppen zusammenfinden, die zusammenarbeiten, wo es für sie Vorteile bringt. Dabei gibt es nicht DEN FÜHRENDEN.)

Das sollte zeigen, dass unsere Hunde keine Rudelführer brauchen. Und das der Mensch auch keine Sorge darum haben muss, dominiert zu werden oder eine Position zu verlieren. 

Hunde brauchen Menschen, die ihnen die Welt „erklären“ - aber das doch bitte auch so, wie das Gehirn tickt und sie gut lernen können. Und das tun sie eben nicht durch Machtdemonstration und Dominanzgehabe. Habt keine Sorge um eure Position als Rudelführer. Lasst eure Hunde aufs Sofa, wenn ihr das mögt. Geht auf Spielangebote ein, wenn ihr Lust dazu habt. Belohnt statt bestraft. Besteht nicht darauf, vor dem Hund zu essen oder ihn aufstehen zu lassen wenn er mal im Weg liegt. Usw. 

Euer Alltag ist ihr Leben - also lasst sie teilhaben und seid Freund und nicht Feind eures Hundes! 🐕💚

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